Mein Name ist Janka Pandit.
Schon als Kind war ich ziemlich neugierig darauf, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, um es mit Goethe zu sagen, dessen Faust ich schon als Jugendliche faszinierend fand.
Vermutlich hat mich auch meine Neugier einen Indischen Mann heiraten lassen.

Wir führen seit über 20 Jahren eine inspirierende Ehe und freuen uns, eine wunderbare Tochter zu haben.
Atheistisch aufgewachsen und weil mir der Zugang zu Kirche versperrt war, habe ich mich in alle möglichen Richtungen interessiert, um über uns Menschen, über Systeme, Religionen, Phylosophie und Ethik zu lernen.
Dass diese Suche einmal einen wesentlichen Teil meines Lebens bestimmen würde, konnte ich nicht ahnen.
Erfolg – und die Angst dahinter
Mein beruflicher Weg führte mich zunächst in die Bankenwelt: von der Staatsbank der DDR über die Deutsche Bank bis zu weiteren Privat- und Großbanken.
Vor allem nach dem Fall der Mauer war mein beruflicher Ehrgeiz allerdings nicht nur von Freude am Erfolg getrieben. Dahinter steckten ziemlich existenzielle Ängste:
Was, wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere? Was, wenn wirklich nichts mehr sicher ist, so wie ich es in der Schule gelernt hatte?
Also arbeitete ich viel. Sehr viel. Von frühmorgens bis spät in die Nacht.
Ich übernahm Verantwortung und machte Karriere. Ich bekam Anerkennung von Kunden und Kollegen. Man kann sagen, ich war beruflich erfolgreich.
Allerdings meldete sich mein Körper immer häufiger und immer deutlicher: Migräne, Allergien, eine Lungenentzündung, Magen-/Darmprobleme und massive Beschwerden an Hals- und Lendenwirbelsäule gehörten zu meinem Leben und forderten meinen Erkenntnisprozess heraus.
Irgendwann konnte ich die entscheidenden Fragen nicht mehr verdrängen:
Ist dieser Erfolg wirklich richtig, wenn es mir dabei nicht gut geht und ich nicht glücklich bin? Kann das alles sein?
Ein wichtiger Wendepunkt kam ausgerechnet durch etwas, das sich zunächst wie ein Karrierebruch anfühlte.
Ich hatte innerhalb der Bank eine Entscheidung getroffen, von der ich überzeugt war, dass sie richtig war. Vielleicht war ich dabei auch ein bisschen naiv. Denn mit den Widerständen und Steinen, die mir anschließend in den Weg gelegt wurden, hatte ich nicht gerechnet.
Heute sehe ich diese Erfahrung anders. Denn genau dieser vermeintliche Rückschritt zwang mich, mein Leben bis dahin und meine Vorstellungen von Erfolg zu hinterfragen.
Und erstmals hörte ich eine innere Stimme deutlich zu mir sprechen: Wer weiß, wozu es gut ist.
Dieser Satz half, meine Tränen zu trocknen und meine Verzweiflung zu lindern.
Noch immer auf dem Banker-Weg führte mich das Leben immer näher zu den Fragen:
Was entspricht wirklich meinem Leben, meinen Talenten und Fähigkeiten? Was macht mich glücklich?
Antworten erhielt ich beim Yoga
Die Begegnung mit meinem südindischen Yogalehrer, Acharya Shivan Namboothiri, öffnete mir schließlich eine Tür in eine Welt, nach der ich vielleicht schon als Kind gesucht hatte.
Im Yoga und während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin fand ich sehr viel mehr als Körperübungen.

Meditation, Atemübungen, Philosophie und ein vollkommen anderes Verständnis vom Menschen und vom Leben brachten mich Stück für Stück näher zu mir selbst.
Und ein Gespräch mit Paul, dem damaligen Präsidenten des American German Business Club, für den ich ehrenamtlich Veranstaltungen organisierte, gab mir schließlich den entscheidenden Schubs für den großen Veränderungsschritt: „Once you’ll regret it, if you don’t try it.“ – „Du wirst es eines Tages bereuen, wenn du es nicht versuchst.“
2003 wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit.
Seitdem durfte und darf ich von außergewöhnlichen Menschen lernen. Besonders geprägt haben mich neben meinem Yogalehrer die indische Vedanta-Lehrerin Shubraji, mein polnischer Mentor Ryszard Wojcieszak, der Soulwhisperer Tony Mills, die Begegnung mit Bert Hellinger, dem Begründer der Aufstellungsarbeit, sowie Schamanen aus den Anden Perus.
Ihnen bin ich bis heute tief dankbar. Und genauso all den anderen, die mich begleitet haben – einschließlich jener Menschen, die vermutlich überhaupt nicht wissen, dass ich von ihnen und durch sie gelernt habe.
Was ich an meiner Arbeit besonders liebe ist, dass sie sich immer weiterentwickelt. I go with the flow. Denn die Seele kennt den Weg.
Und wer bin ich, wenn ich gerade nicht über unsere Seelenführung und das Leben nachdenke?
Ich bin gern zwischen den großen Fragen des Lebens und den vielen kleinen Freuden und Wundern unterwegs. Dabei mag ich es bodenständig.
Im Sommer kann ich kaum an einer Rose vorbeigehen, ohne herauszufinden, ob sie duftet. Und wenn sie es tut, verweile ich definitiv einen Moment. Aus Fliederblüten sauge ich den Nektar und Maiglöckchen gehören jedes Jahr auf meinen Tisch.

Ich liebe gute Gespräche mit Freunden, Salzkaramell-Eis und einen wirklich guten Cappuccino aus einer Siebträgermaschine.
Und ich singe.
Nach einigen herausfordernden Jahren, in denen die Corona-Zeit, familiäre Belastungen und gesundheitliche Sorgen um meine Eltern viel Kraft gekostet haben, habe ich einen Chor gefunden, der mir etwas sehr Kostbares schenkt: Freude am Musizieren und Energie. Wir singen englische Lieder – fröhliche genauso wie solche mit Tiefgang.
Manchmal muss ich aufpassen, dass meine klassische Gesangsausbildung aus Kindheit und Jugend nicht mit mir durchgeht.
Ich liebe die Tiefe. Aber ich möchte in ihr nicht die Leichtigkeit verlieren.
Wenn ich heute auf mein Leben schaue, sehe ich keinen geraden Weg. Ich sehe Umwege, Ängste, Erfolge, Krankheiten, Menschen, die mich geprägt haben – und viele Momente, die mir die Augen geöffnet haben. Würde ich manche Entscheidungen heute vielleicht anders treffen? Ich weiß es nicht, aber für viele Entscheidungen bin ich bis heute dankbar.
Und das neugierige Mädchen, das wissen wollte, was die Welt im Innersten zusammenhält? Das gibt es immer noch. Vielleicht ist meine Neugier heute sogar größer als damals. Nur habe ich inzwischen einige Antworten gefunden – und sehr viele neue Fragen.